Woi-Geister gewinnen den Jokus

Allgemeine Zeitung (zum Artikel)

von Wolfgang Wenzel
Foto: hbz/Judith Wallerius

AUSZEICHNUNG Am Schluss ein Abstimmungsduell um die Publikumsgunst mit der Tanzschule S

KOSTHEIM / KASTEL / AMÖNEBURG – Kaum geht die Kampagne in die Schlussphase, da gibt es schon den ersten Gewinner. Nämlich den des Kampagnen-Jokus, eine Auszeichnung unserer Redaktion, den die Kostheimer „Woigeister“ erhalten. Die Avantgarde der Mainzer Fastnacht, die Comedy und Unterhaltung anstelle von geschliffenen, wortgewaltigen Versen den Vorzug geben, bewegen sich voll auf der Höhe der Zeit. Als Belohnung bekommen sie eine kleine Trophäe überreicht, auf der ein kleiner Jokus thront.

Viereinhalb Tage lang konnten die Leser unter den Preisträgern der nach den Sitzungen vergebenen Einzel-Jokus-Auszeichnungen ihre Publikumslieblinge wählen. Mit 3596 Stimmen wurden in dieser Kampagne so viele abgegeben wie noch nie. Wäre nicht ein Online-Voting genanntes Abstimmungsverfahren in der Internet-Ausgabe der Allgemeinen Zeitung geschaltet worden, hätte es schlecht ausgesehen. 3580 Stimmen wurden per Mausklick abgegeben. Zwölf Leser teilten ihre Entscheidung per E-Mail mit, Postkarten kam keine einzige an.

Gegenseitig hochgeschaukelt

Wer wollte, konnte live ein Abstimmungsduell verfolgen, das sich zwischen den „Woigeistern“ und der Tanzschule S entwickelte, die bei der Sitzung der Mainzer Haubengarde in der Kleinkunstbühne Lilien-Palais auftrat. Seit Samstagmorgen beherrschten diese beiden Newcomer der Fastnachtsszene in Amöneburg, Kastel und Kostheim die Stimmabgabe.

An Rosenmontag war es klar: Nicht Mitwirkende der großen, traditionellen Vereine machten das Rennen. Fast jeder Zweite hatte für die „Woigeister“ gestimmt, sie erhielten 49,7 Prozent. Das Ensemble der Tanzschule S bekam 1376 Stimmen und erreichte mit 38,4 Prozent den zweiten Platz. Das Polarisieren führte dazu, dass sich „Woigeister“-Fans und die Anhänger der Tanzschule S gegenseitig hochschaukelten und so gut in den sozialen Netzwerken verankert waren, dass die anderen Über-Jokus-Anwärter in den Schatten gerieten. Daher ist das Ergebnis in keiner Weise repräsentativ und drückt keine Wertung aus.

Am meisten Zustimmung erhielt die Showtanzgruppe Camouflage, die bei der Sitzung von Castellum Musik und Show für Furore gesorgt hatte. Mit 95 Stimmen erreichte das Ensemble Platz drei. Den vierten Platz belegten die „Sweet Honeys“, eine Tanzgruppe aus dem rheinhessischen Dienheim, die bei der Sitzung des Männergesangvereins in Kostheim in der Publikumsgunst oben lag. Sie erhielt 72 Stimmen (zwei Prozent).

Den fünften Platz erreichten die „Käsbachfinken“, die von Hans Dötsch geleitete Traditionsgesangsgruppe, die Vorjahresgewinner des Kampagnen-Jokus bekamen diesmal 47 Stimmen (1,3 Prozent). Platz sechs belegt der Redner Ciro Visone, der bei der Damensitzung des Kostheimer Carneval Vereins mit einem Vortrag über „Amore“ auf der Beliebtheitsskala ganz nach oben schnellte, bei der Kampagnen-Jokus-Abstimmung aber nur 58 Stimmen (1,6 Prozent) bekam. Platz sieben geht an die Showtanzgruppe Fantasy von der TSV Schott Mainz, die bei der Sitzung der Liedertafel begeisterte und bei der Abstimmung 43 Stimmen (1,2 Prozent) erhielt. Platz acht erreicht Bernhard Knab, der als deutscher Michel bei der Flößersitzung sowie bei der Seniorensitzung in Kostheim die zündendste Rede hielt und 28 Stimmen erhielt (0,8 Prozent).

Platz neun geht an Thomas Kaiser, der im Casino zum Frohsinn als Mainzer Stadtschreiber der Einzeljokus-Gewinner war (25 Stimmen, 0,7 Prozent). Stefan Orf, die „Domina“ bei der Ratschenbande, kommt auf Platz 10 (24 Stimmen, 0,6 Prozent). Pfarrer Sascha Jung aus Flörsheim, der bei den Kilianern debütierte, erreichte Platz 11 (20 Stimmen, 0,5 Prozent). Auf dem zwölften Platz landet Andy Ost nach seinem Auftritt im Kostheimer Carneval Verein (11 Stimmen).

Rang 13 geht an das Duo Uwe Scherger/Dieter Scheffler, die beim KCV im Kloster Eberbach als „Kall und Kall“ auftraten (sieben Stimmen). Den 14. Platz belegt Johannes Weißenberger als Protokollant bei der Metzelsupp-Sitzung (vier Stimmen), Platz 15 schließlich Thomas Rau, die „Olga Orange“ bei der Sitzung der Amöneburger Sportvereinigung (zwei Stimmen).