Erste Sitzung der neuen „Woi-Geister“ kommt beim Kostheimer Publikum trotz technischer Probleme gut an

Von Alexander Weiß

Foto: hbz/Jörg Henkel

KOSTHEIM – Frei nach Hermann Hesse wohnt bekanntlich jedem Anfang ein Zauber inne. Und dieser Zauber zeigte sich am Samstagnachmittag gleich am Eingang des Kostheimer Ferrutiushauses. In einer Atmosphäre irgendwo zwischen vorfreudiger Erwartung auf das, was da kommen mag und hoffen, dass Gott Jokus die erste Sitzung des blutjungen Vereins „Die Woi-Geister“ gelingen lassen wird, wurden die Gäste herzlich von den Mitgliedern in Empfang genommen. Es dauerte nicht lange, um zu erkennen, dass manches hier anders ist, als auf Sitzungen, die nach konventioneller Art verlaufen.

Elferrat „aufgefressen“

Die „Woi-Geister“ haben es sich zu ihrem Auftrag erklärt, frischen Wind in die fünfte Jahreszeit zu bringen, ohne sich dabei gegen die Fastnachtstradition zu stellen. Deutlich wurde dies zu Beginn, als die Mainzer Ranzengarde ihre Solidarität für die „Woi-Geister“ demonstrierte und den ersten Einzug auf der ersten Sitzung neuen Stils übernahm. Aus dem bunten Fahnenmeer und zwischen den Trommelklängen der Ranzengarde tauchte dann plötzlich Woody Feldmann auf, die sich an diesem Abend auf das besondere Experiment einließ, eine Sitzung zu moderieren, ohne einen Elferrat im Rücken zu haben. Die Comedy-Frau, die zeitweise an Hella von Sinnen auf Speed erinnerte, passte an diesem Abend in das Gesamtbild dieses neuen Vereins, der den Anschein erweckt, als wolle er weniger sich, als viel mehr ein hochwertiges Unterhaltungsprogramm in den Vordergrund stellen. „Ich weiß, Sie fragen sich sicherlich, wo denn der Elferrat ist. Machen Sie sich keine Gedanken, den habe ich vor der Sitzung aufgefressen“, sagte Woody Feldmann, die dem Publikum auch den neuen Tusch präsentierte. Zu der Melodie der „Ghostbusters“, wurde das „Ghostbusters“ kurzerhand durch „Woi-Geister“ ausgetauscht. Ein Gag, der die Gäste im Laufe des Abends regelmäßig von den Stühlen riss.

Gepackt von der WM-Euphorie und dem atemlosen Helene Fischer-Wahn präsentierte das „Heddemer Dreigestirn“ eine furiose Playback-Show. Als etwa 1,40 Meter große Popstars, kniend auf einem großen Tisch, nahmen sie das Publikum mit auf eine Reise in die Welt der Hitparade. Musikalische Höhepunkte setzen auch die „Fleischworschtathleten“, die mit viel Leidenschaft Männer mit Narrekapp´, Fleischworscht und Kreppel besangen. Das Männerballett „Mann oh Mann“ und die Showtanzgruppe „Inkognito“ lieferten mit waghalsigen Hebefiguren und kreativen Kostümen ein gelungenes Artistik-Programm.

Eine Anleitung zum perfekten Bühnenvortrag in sieben Schritten gab es von dem Duo „Heininger und Schier“. Mit Regeln wie etwa „Soll der Vortrag klasse sein, muss unbedingt Finthen rein“ gaben sie wertvolle Hinweise während eines Auftritts, der von cleverem Wortwitz lebte.

Der neue Geist dieser Sitzung zeigte sich, als Ramon Chormann die Bühne betrat. Leichte Probleme mit der Akustik verwertete er geschickt auf seine typisch sympathische „Pälzer“-Art: „Das passiert, wenn man das Material auf dem Flohmarkt kauft“, sagte er und sorgte im Zusammenspiel mit Woody Feldmann während des kurzzeitigen Tonausfalls für grandiose Unterhaltung. „So etwas wie hier habe ich auch noch nicht erlebt. Ich würde sagen, ich fang dann mal an“, sagte Chormann nach gewisser Verzögerung und setzte unter tosendem Applaus zu einem fulminanten Auftritt an.

Woody Feldmann, die neben ihrer Moderation auch ein eigenes Programm dabei hatte und zum Schluss auch noch gemeinsam mit Harald Kauth, der zuvor die Geister auf dem Hauptfriedhof beschwor, in die Rolle eines Hofsängers schlüpfte und damit für ein krachendes Finale sorgte, leistete an diesem Abend vollen Einsatz.

Nach der Sitzung auf der anschließenden Party machte sich unter den Mitgliedern der „Woi-Geister“ und Gästen eine sichtlich erleichterte Stimmung bemerkbar, die letztlich zu dem Schluss führt, dass das Experiment wohl gelungen ist.